Au Pair in Australien Erfahrungsberichte
Die Arbeit als Au Pair ist eine lohnenswerte Erfahrung
Russel Stafford
Wenn ich früher gefragt wurde was ich Später einmal werden möchte, vermied ich meistens eine klare Antwort. Denn anders als die meisten meiner Kameraden und Freunde hegte ich nicht den Wunsch des Fußballprofis oder des Astronauten, sondern den eines Kindermädchens. Mit Kindern zu arbeiten und einen wesentlichen Teil ihrer Entwicklung zu beeinflussen und mitzuerleben war mein größter Traum. Allerdings ließ mich die Konnotation des Wortes Kindermädchen als eine weibliche Profession meine Karrierepläne dem Großteil der Fragenden verschweigen. Doch all die existierenden Vorurteile und konservativen Einstellungen gegenüber männlichen Kindermädchen hielten mich nicht davon ab, mein Ziel zu verfolgen.
Und so nahm ich schon früh regelmäßig Jobs als Babysitter an und sammelte Erfahrung im Umgang mit Kindern wo es nur möglich war. Dies intensivierte meine Leidenschaft in der Arbeit mit Kindern, konnte jedoch meine Abneigung gegenüber der Betreuung von Neugeborenen nicht beheben. Das sollte sich später bei der Arbeit als Au Pair in Australien als ein Problem herausstellen, das aber recht schnell behoben werden sollte.
Ich war schon einmal zum Zweck eines Familienurlaubs, nicht allzu lange vor meiner Zeit dort als Au Pair, in Australien gewesen. Und meine Eindrücke von den Australiern als sehr nette und gastfreundliche Menschen erleichterten mir die Entscheidung, dem Stellenangebot zuzusagen. Die Gastfamilie nahm mich gleich am Flughafen in Empfang und nahm mich dann mit zu ihrem sehr großzügigen und netten Eigenheim. Sie kamen sogar meinem Hobby als Maler entgegen, so dass ich einen eigenen Raum speziell für künstlerische Aktivitäten zur Verfügung gestellt bekam.
Die Familie hatte zwei Kinder, jeweils 5 Jahre und 5 Monate alt, wobei speziell die geforderte Betreuung des Neugeborenen mir im Vornherein ein wenig Sorgen bereitete. So sehr ich mich auch bemühte, meine Abneigung gegenüber Babys zu verstecken, machten die Gasteltern schon bald Notiz davon, da ich zum Beispiel Ausreden erfand, wenn es an der Zeit war seine Windeln zu wechseln oder generell Zeit mit ihm zu verbringen.
Überflüssig zu erwähnen, dass das die Eltern nicht gerade glücklich stimmte, und so waren sie zwischenzeitlich sogar kurz davor, mich zurück in mein Heimatland Österreich zu schicken. Es bestand also dringender Handlungsbedarf und so kam ich schon bald auf eine Idee:
Das Haus der Familie war alles andere als babygerecht; Unzählige potenzielle Gefahrenquellen die zu ernsthaften Verletzungen des Neugeborenen führen könnten galt es zu beseitigen. Glücklicherweise war mein Vater Schreiner und hatte mich in meiner Kindheit einige grundlegende Handwerkerfähigkeiten gelehrt, und so schlug ich den noch immer erzürnten Eltern einen Deal vor: Ich bot an ihr Haus in ein ganz und gar babygerechtes Heim verwandeln und mich weiterhin um ihren Fünf-Jährigen kümmern. Im Gegenzug dazu würden sie mich von der Betreuung des Jüngeren befreien und mich selbstverständlich weiterhin bei ihnen wohnen lassen.
Nach anfänglicher Skepsis willigten sie in den Kompromiss ein und so konnte die Arbeit beginnen. Ich fuhr mit dem Gastvater zu einem nahegelegenen Baumarkt und deckte mich mit den nötigen Materialen ein, um eine Art Spielwelt für die Kinder zu kreieren, in der sie frei von jeglichen Gefahren tun und lassen können würden was sie wollen. Es dauerte nicht lange um dieses Projekt fertigzustellen und so erneuerte ich den durch die Witterung stark mitgenommen Zaun, der ihren Garten umgab zu erneuern. Als auch dieses Vorhaben abgeschlossen war, verwandelte ich den Rest des Hauses in einen kindersicheren Platz und erfüllte den Wunsch der Gasteltern nach einer Kommode, die Stauraum für jegliche Spielsachen der beiden Kinder finden würde.
Schon bald waren die anfänglichen Schwierigkeiten und Differenzen vergessen und mein Aufenthalt wurde zu einer schönen Zeit für alle beteiligten.
Schlussendlich denke ich, dass es wichtig ist, eventuelle Defizite bei der Betreuung von Kindern mit anderen Fähigkeiten auszugleichen, die der Familie ein Segen sein könnten. Es geht nicht speziell um handwerkliche Begabung; auch gute Fertigkeiten im Gartenbereich oder im Umgang mit eventuellen Haustieren können sehr hilfreich sein. Grundsätzlich denke ich ist es wichtig, bei Komplikationen mit der Gastfamilie nicht das Handtuch zu werfen sondern konstruktiv nach einer Lösung zu suchen.
Des Weiteren ist es völlig unwichtig welchen Geschlechts man ist um ein gutes Kindermädchen abzugeben. Wichtig ist nur, dass man unabhängig von den Meinungen und Vorurteilen anderer seinen Traum verfolgt und sein Bestes gibt. Dann lässt sich jede Hürde meistern und jedes Ziel erreichen. Solltest du also über einen Auslandsaufenthalt als Au Pair nachdenken, kann ich dich nur dazu ermutigen, trotz eventueller Bedenken deinerseits oder Anderer die Herausforderung anzunehmen; Denn ich bin sicher, mit dem richtigen Maß an Leidenschaft und Zuversicht, wirst du sie in der Lage sein, sie zu meistern.

Australien Demi Pair



